Engagement Rate auf LinkedIn berechnen
Die Engagement Rate ist die meistzitierte und am wenigsten verstandene Zahl im LinkedIn-Marketing. Hier steht die Formel, ein Rechenbeispiel, was die veröffentlichten Richtwerte wert sind, und die eine Variante der Rate, die dir wirklich etwas über dein Geschäft sagt.
Die Formel
Engagement Rate (auf Impressionen) = (Reaktionen + Kommentare + geteilte Beiträge) ÷ Impressionen × 100
Das ist die Variante, die LinkedIn in den Seitenstatistiken zeigt. Sie misst, wie viele von denen, die den Post gesehen haben, etwas getan haben.
Engagement Rate (auf Follower) = (Reaktionen + Kommentare + geteilte Beiträge) ÷ Follower × 100
Diese Variante nutzen viele Tools und Benchmarks, weil Impressionen von außen nicht sichtbar sind. Sie ist vergleichbar, aber verzerrt: Ein Post mit hoher Reichweite außerhalb der eigenen Follower bekommt eine Rate über der Realität.
Klicks zählen manche dazu, manche nicht. Entscheide dich für eine Formel und bleib dabei, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Ein Rechenbeispiel (erfundene Zahlen)
Ein Post bekommt 4.000 Impressionen, 60 Reaktionen, 12 Kommentare und 3 geteilte Beiträge. 60 + 12 + 3 = 75. 75 ÷ 4.000 × 100 = 1,9 Prozent.
Dieselbe Seite hat 2.500 Follower. 75 ÷ 2.500 × 100 = 3,0 Prozent.
Gleicher Post, zwei Raten. Beide sind richtig. Sie messen nur unterschiedliche Dinge.
Was ist eine gute Engagement Rate auf LinkedIn?
Die veröffentlichten Richtwerte widersprechen sich, und zwar deutlich. Grow with Ghost nennt für 2026 einen Median von 2,1 Prozent über alle Branchen (growwithghost.io, Stand Dezember 2025). GoExtrovert nennt 5,20 Prozent als Median für B2B-Unternehmensseiten (goextrovert.com, Juli 2026). Beides sind Anbieter-Blogs, keine Primärforschung von LinkedIn.
Der Unterschied kommt aus der Formel (Impressionen oder Follower), aus der Stichprobe (welche Seiten, welche Größe) und aus dem Zeitraum. Ein Richtwert ohne diese drei Angaben ist eine Zahl ohne Bedeutung.
Faustregel, mit Vorsicht: Unter 1 Prozent auf Impressionen ist wenig, 2 bis 4 Prozent ist solide, alles darüber ist gut. Kleine Seiten liegen fast immer über großen, weil die Follower näher dran sind.
Warum die Rate insgesamt wenig sagt
Die Engagement Rate zählt jede Reaktion gleich. Der Praktikant, der Cousin, der Recruiter, der Wettbewerber, der Käufer: alle sind eine 1 im Zähler. Eine Seite mit 5 Prozent Engagement, das zu 90 Prozent von Leuten kommt, die nie kaufen werden, hat ein schönes Dashboard und keine Pipeline.
Die Frage, die zählt, ist nicht, wie viel Prozent reagieren. Sondern: Wer reagiert, und wie viele davon sind dein Markt.
Die Rate, die zählt: Reaktionen aus deinem Markt pro Post
Wir rechnen anders. Erst wird der Markt definiert: die Leute, die in 90 Tagen auf Posts der Wettbewerber einer Kategorie reagiert haben, nach Titel gefiltert. Dann zählen wir nur die Reaktionen dieser Leute auf die Posts jedes Anbieters, geteilt durch die Zahl seiner Posts.
Ein Beispiel aus einem echten Marktreport, Revenue-Tooling in den Nordics, 170 aktivste von 642 Personen, 90 Tage bis 27. August 2026:
| Anbieter | Reaktionen aus dem Markt | pro Post |
|---|---|---|
| Gong | 327 | 13,6 |
| Outreach | 264 | 11,0 |
| Salesloft | 99 | 4,1 |
| Clari | 68 | 2,8 |
| Sybill | 31 | 2,8 |
| Revenue.io | 33 | 1,4 |
| Avoma | 27 | 1,1 |
| People.ai | 12 | 0,5 |
| Attention | 0 | 0,0 |
Gong bekommt 13,6 Reaktionen pro Post von genau den Leuten, die in dieser Kategorie mitreden. Attention bekommt null aus 24 Posts. Keine Engagement Rate der Welt hätte dir diesen Unterschied gezeigt, weil beide Seiten irgendein Engagement haben. Nur eben nicht vom Markt.
Diese Zahl kannst du für deine eigene Seite berechnen, sobald dein Markt als Liste existiert. Genau das baut Postelix.
So rechnest du es selbst nach
- Definiere den Markt: Wer hat in den letzten 90 Tagen auf die Posts deiner drei größten Wettbewerber reagiert? Namen notieren, nach Rolle filtern.
- Nimm deine letzten zehn Posts. Zähle nur die Reaktionen und Kommentare von Leuten aus dieser Liste.
- Teile durch zehn. Das ist deine Rate aus dem Markt pro Post.
- Vergleiche sie mit derselben Rechnung für einen Wettbewerber. Das ist der Wert, der sich zu verbessern lohnt.
Per Hand dauert das einen Nachmittag. Wöchentlich gepflegt ist es ein Produkt.
Häufige Fragen
In den Seitenstatistiken die Variante auf Impressionen: Interaktionen geteilt durch Impressionen. Externe Tools nutzen oft Follower als Nenner, weil sie Impressionen nicht sehen.
Je nach Tool. LinkedIn zählt Klicks in seinen Seitenstatistiken mit, viele Benchmarks nicht. Wichtig ist nur, dass du dieselbe Formel für alle Vergleiche nutzt.
Die veröffentlichten Werte reichen 2026 von 2,1 bis 5,2 Prozent, je nach Quelle, Formel und Stichprobe. Als grobe Orientierung: 2 bis 4 Prozent auf Impressionen ist solide. Aussagekräftiger ist, wie viel davon aus deinem Markt kommt.
Indem dein Markt als Liste existiert. Postelix baut sie aus den Reaktionen auf deine Wettbewerber und misst dann, wie viele dieser Leute auf deine Posts reagieren. Den ersten Report gibt es im Gespräch.
Deine Rate aus dem Markt, nicht aus dem Dashboard.
Wir bauen den Marktreport für deine Kategorie und rechnen die Tabelle für dich und deine Wettbewerber.